ER VERLOR SEINE ARBEIT, SEINE FAMILIE UND SEIN ZUHAUSE – ABER NICHT SEINE LETZTE CHANCE
Dmytro kam im Jahr 2022 zum ersten Mal in das Zentrum zur Wiederherstellung der Persönlichkeit der Christlichen Mission „Neues Leben“. Er lebte in Welykyj Dalnyk, diente dort als Koch und durchlief fast sieben Monate lang das Wiederherstellungsprogramm.
Nach einiger Zeit entschied er sich, das Zentrum zu verlassen und zu versuchen, sein Leben selbstständig wieder aufzubauen. Er fand eine Arbeit und verzichtete etwa ein Jahr lang auf Alkohol und Drogen. Es schien, als läge die schwierige Zeit hinter ihm.
Doch nach und nach kehrte die Abhängigkeit zurück. Zunächst redete er sich ein, dass er seinen Konsum kontrollieren könne. Mit der Zeit begann dieser jedoch, seine Arbeit, seine Gesundheit und seine Beziehungen zu anderen Menschen zu beeinträchtigen.
— Zuerst nannte ich es maßvollen und kontrollierten Konsum. Dann begann ich sogar bei der Arbeit zu konsumieren. Schließlich verlor ich meine Arbeit und landete auf der Straße, — erinnert sich der Mann.
Zu diesem Zeitpunkt waren seine familiären Beziehungen zerbrochen, seine Angehörigen waren weggezogen und er blieb fast völlig allein zurück. Das Geld ging aus, und die Kraft zum Arbeiten fehlte. Reizbarkeit und Aggression wurden immer stärker, und die Menschen um ihn herum erschienen ihm wie Feinde.
Eine Zeit lang lebte der Mann auf der Straße. Damals wurde ihm klar, dass er es aus eigener Kraft nicht mehr schaffen würde, aus dieser Situation herauszukommen.
Mehrere Jahre nach seinem ersten Weggang wandte er sich erneut an die Mission und bat um Hilfe. Zu diesem Zeitpunkt befand er sich in einem sehr schweren emotionalen Zustand und sah kaum noch einen Sinn darin, weiterzuleben.
— Ich kam in einem schrecklichen Zustand zurück. Ich war gereizt und aggressiv. Ich hatte schwere Träume und schrie im Schlaf. Mir wurde klar, dass ich so nicht weiterleben konnte, — erzählt er.
Die Rückkehr löste nicht sofort alle seine Probleme. Die Wiederherstellung brauchte Zeit, Geduld und die Bereitschaft, Hilfe anzunehmen. Der Mann gibt zu, dass ihm früher sein Stolz und die Überzeugung im Weg standen, sein Leben allein bewältigen zu können.
Heute arbeitet er wieder als Koch. Jeden Tag bereitet er Essen für mehr als fünfzig ältere Menschen zu, die im Heim der Mission leben. Mit der Zeit sind darunter Menschen geworden, zu denen er eine besondere Beziehung aufgebaut hat.
— Hier gibt es Großmütter und Großväter, die ich bereits liebgewonnen habe. Jeder hat seinen eigenen Charakter und seine eigenen Gewohnheiten. Am Anfang war es für mich nicht leicht, deshalb bat ich darum, mir etwas Zeit zu geben. Heute kenne ich bereits jeden Einzelnen und versuche zu helfen, so gut ich kann, — sagt er.
Der Mann macht keine großen Versprechen und behauptet nicht, dass alle Schwierigkeiten bereits hinter ihm liegen. Er versteht, dass Wiederherstellung eine tägliche Entscheidung und ständige Arbeit an sich selbst ist.
— Ich lebe einfach einen Tag nach dem anderen. Und was weiter geschieht, lege ich in Gottes Hände. Ich habe verstanden, dass ich es ohne die Gemeinde und ohne Unterstützung nicht schaffen kann. Deshalb bleibe ich hier und helfe dort, wo ich kann, — sagt er.
Diese Geschichte zeigt, dass es keine Niederlage ist, erneut um Hilfe zu bitten. Manchmal wird gerade das Eingeständnis der eigenen Schwäche zum ersten ehrlichen Schritt in ein neues Leben.
Heute arbeitet der Mann weiter, hilft älteren Menschen und wächst im Glauben. Vor ihm liegt noch ein langer Weg, doch diesen Weg geht er nun nicht mehr allein.
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